Was ist daran Bio?

DE-ÖKO-006   Deutsche Landwirtschaft
Meine Imkerei ist seit dem Jahr 2008 EU-Bio zertifiziert 
Der wesentliche Unterschied zwischen biologischen und konventioneller Imkerei liegt in der Arbeitsweise des Imkers bei der Haltung und Behandlung der Bienenvölker. Die Bezeichnung Bio-Honig ist seit der Festlegung der ökologische Bienenhaltung durch die EG-Öko-VO im August 2000 ein geschützter Begriff. Ihr primären Ziele sind die Sicherstellung der Honigqualität und die Förderung nachhaltiger Bewirtschaftung. Dazu gehört auch in gewissem Maße der Schutz der Tiere. Weiter Informationen zu den Richtlinien dieser Verordnung finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Seit dem Jahr 2018 dürfen alle Produkte meiner Imkerei das Demeter-Label tragen
Demeter ist eines der anspruchsvollsten Labels in der ökologischen Landwirtschaft. Es umfasst alle Richtlinien der EG-Öko-VO und ergänzt diese besonders im Bezug auf die Haltung und Bewirtschaftung der Bienenvölker durch die Vorgabe einer wesensgemäßen Bienenhaltung. Darüber hinaus schreiben die Demeter-Richtlinien einen besonderen Schutz bei der Verarbeitung des Honigs vor. Näheres dazu finden Sie in der  Demeter-Richtlinie für Bienenhaltung und Imkereierzeugnisse.

Einige der wesentlichen Vorgaben aus der Demeter-Richtlinie und EG-Öko-VO zum Schutz der Bio-Qualität:

Bienenstock aus Naturstoffen

Die Bienenwohnungen bestehen aus Naturstoffen, wie Holz, Lehm und Stroh. Der Anstrich erfolgt nur von Außen und unter Verwendung von Schadstoff- und Pestizidfreien Farben. Ich verwenden die Hochwaben-Magazinbeute bienenfreude, die ich selbst herstelle. Die Kiste bestehen aus  Lärchenholz und die Rähmchen aus Weymouthkiefer. Als Anstrich für den Witterungsschutz verwende ich ausschließlich Naturfarben. Zudem verwende ich möglichst wenig Metallteile im Bienenwohnraum.

Bevorzugt biologisch bewirtschaftete Standorte

Bevorzugte Standorte der Bienenvölker sind biologisch-dynamisch bewirtschaftete Flächen. Monokulturen, in denen Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden sind zu meiden. Ich lege großen Wert auf die Regionalität in der Herkunft meiner Produkte.   Die Großzahl der Standorte meiner Bienenvölker nutze ich regelmäßig und kenne daher die Bewirtschaftung der umliegenden Flächen. Meine bevorzugten Standorte befinden sich in der Region Nord-Schwarzwald (Landkreis Rottweil/Freudenstadt) und dem oberen Neckartal. 

Schonende Parasiten- und Krankheitsbekämpfung auf Naturbasis

Als Heilmittel werden Stoffe eingesetzt, die auch natürliche Bestandteile des Honigs sind. Chemische Mittel gegen Parasiten und Krankheiten sind verboten. Gegen die Varroamilbe (ein Bienenparasit) verwende ich ausschließlich schonende Behandlungsmethoden mit Oxalsäure, einer biologisch leicht abbaubaren, Organischen Säure. Die Behandlung erfolgt vorwiegend in der brutfreien Jahreszeit mit meinem eigens entwickelten Oxalsäurerverdampfer VARKA.

Honig, statt Zucker als Winterfutter

Der Großteil des Winterfutters ist der eigene Bio-Honig. In der konventionellen Imkerei wird vorwiegend Zuckerwasser als Winterfutter verwendet. Nach der EG-Öko-VO darf statt Bio-Honig auch Zucker aus biologischer Landwirtschaft verfüttert werden. In der demeter-Richtlinie wird zusätzlich gefordert, dass „eine wesentlicher Teil“ des Winterfutters aus Bio-Honig besteht. 
Nach meiner Erfahrung kommt der Verzicht auf die maximale Honigerzeugung den Bienen gesundheitlich sehr zu Gute. Zudem schützt er die Tiere vor dem Eintrag zusätzlicher Schadstoffe durch das Futter. Daher liegt bei meine Völkern der Honiganteil in Winterfutter derzeit bei über 90%. Der Rest des Futters ist hochwertiger Roh-Rohrzucker aus ökologischem Landbau.

Naturwabenbau und offener Wachskreislauf

Die Wiederverwesung von Altwachs im Wabenbau birgt das Risiko, dass sich Schadstoffe mit der Zeit im Bienenwachs anreichern können. Dies ist einer der Gründe, warum in meiner Imkerei die Waben des Brutraumes ausschließlich im Naturwabenbau entstehen. Im Honigraum setze ich teilweise noch vorgefertigte Mittelwände ein, die von den Bienen selbst ausgebaut werden. Das Wachs dieser Mittelwände stammt aus dem betriebseigenen Bienenwachs der Brutwaben. Waben aus dem Honigraum werden nicht erneut für neue Mittelwände verwendet.  Der offene Wachskreislauf schützt vor der Anreicherung von Schadstoffen im Bienenwachs. 

Schonende Honigverarbeitung

Um Qualität und Geschmack des Honigs zu gewährleisten wird er vor dem Fest werden aus der Wabe geschleudert und abgefüllt. Eine erneute Erwärmung des Honigs wird nicht durchgeführt. Stattdessen wird die Zuckerkristallstruktur des Honig vor dem Abfüllen in einem Rührverfahren gelockert um die Cremigkeit zu garantieren. In der Konventionellen Imkerei ist die Erwärmung des Honigs und der Waben zum Auslassen und Umfüllen des Honigs gängige Praxis.

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